Kooperation – einfach versuchen

Persönliche Gedanken

Lasse ich meine beruflichen Stationen Revue passieren, so sind mir insbesondere diese im Gedächtnis geblieben, in denen ich mit anderen erfolgreich kooperiert habe.

Da fällt mir eine Episode aus meinem Referendariat ein. Unsere Aufgabe war es mit Papier, Schere und Klebestift in einer Gruppe einen möglichst hohen und formschönen Turm zu bauen. Auf meine planerischen und kreativen Fähigkeiten konnte ich mich schon damals verlassen, auf meine feinmotorischen eher weniger. Diese sind eher knapp ausgeprägt. Wie also hätte mein Turm wohl ausgesehen, hätte ich nicht in der Gruppe bastelfreudige angehende Grundschullehrerinnen gehabt? Schon damals ahnte ich, dass meine Fähigkeiten allein, mich nicht wirklich weiterbringen würden.

So suchte ich, kaum Lehrerin geworden, den engen Kontakt zu meinen Kolleginnen aus den Parallelklassen. Gemeinsam bereiteten wir unsere Unterrichtseinheiten vor. Die Kunst- und Sachunterrichtsthemen waren nicht meine Welt, viel mehr die Zahlen, die Grammatik und das Soziale Lernen. Zu dritt haben wir den Unterricht für unsere Klassen vorbereitet und die Kinder profitierten von der Planung durch drei Expertinnen. Zudem war es für uns alle eine große Entlastung, nicht alles allein vorbereiten zu müssen und ein großes Lernfeld.

Einige Jahre später unterrichtete ich an einer Schule, in welcher sich zwei Klassenlehrerinnen Unterricht und Verantwortung für eine Klasse teilten. Eine große und wunderbare Herausforderung. Gemeinsam in der Klasse für die Klasse da zu sein. Das erfordert viele Gespräche, Absprachen, Rücksichtnahme, Toleranz und das Zurücknehmen der eigenen Lehrerpersönlichkeit. Das ist mir nicht immer leichtgefallen, war ich doch überzeugt von der Richtigkeit meines Tuns. Aber wir haben es geschafft, wir haben miteinander kooperiert. Vor den Kindern, Eltern und Kollegen waren wir ein Team. Die zahlreichen Unterschiede in Biographie, Ausbildung und Wertevorstellungen verbanden uns, weil wir uns darüber verständigen mussten, wie auf dieser Grundlage guter Unterricht für unsere Kinder aussehen kann. Noch heute spreche ich von meiner besten Ko-llegin, die ich mir wünschen konnte. Ich habe viel von ihr gelernt. Danke, Silke!

Später dann, als ich ein Schulzentrum leitete, konnte ich kollegiales Teamwork auf verschiedenen Ebenen erfahren und etablieren. Auf Schulleitungsebene gab es einmal wöchentlich die Teambesprechung der eSL (der erweiterten Schulleitung) mit ausgeprägt flacher Hierarchie, guten Beziehungen und viel Transparenz. Das Vertrauen ineinander und die Gewissheit, sich aufeinander verlassen zu können, hat uns durch manchen Sturm hindurch getragen und enger miteinander verbunden. Auch im Bereich der Grundschule trafen sich die Kolleginnen wöchentlich zum pädagogischen Austausch. Faszinierend zu erleben war immer wieder, wie intensiv, kontrovers und streitlustig unsere Mittwochnachmittage waren. Eine Verlängerung der Gespräche auf dem Schulhof und spätestens dann die Versöhnung, gehörten dazu. Auch wenn es scheinbar nichts zu besprechen gab, so gab es doch mindestens immer ein Thema, zu dem wir diskutieren und beraten konnten. Eine Stärke dieses Teams war es, dass Verantwortlichkeiten festgelegt wurden und Entscheidungen galten. Dieses Team ist heute das Leitungsteam.

Nun bin ich in der Position der Beraterin, der Schulentwicklerin und bin nach wie vor davon überzeugt, dass nur über gelingende Kooperationen gute Schule gelingt. Auch für meine jetzige Tätigkeit im Auftrag der Schulen, pflege ich meine Netzwerke und suche gezielt nach Kooperationspartnern. Wenn es auch nicht mehr um Bastelarbeiten geht, so weiß ich doch sehr genau, wo meine eigenen Grenzen sind und an welchen Stellen andere Menschen mit ihren Kompetenzen mehr bewirken können als ich.

Über die Jahre hinweg habe ich ein sehr persönliches, interdisziplinäres Netzwerk aufgebaut mit Kolleg:innen, die je eine besondere Expertise mitbringen. Falls Sie einen persönlichen Kontakt suchen, dann schreiben Sie mich bitte an.

 

Dr. Klaus Wild – Den Menschen in den Mittelpunkt stellen

  • Wahrnehmungs- und Werteorientierte Schulentwicklung (WWSE®), Geschäftsführer der Kompetenzstelle Schulentwicklung und Evaluation an der FAU Nürnberg-Erlangen – https://www.kse.phil.fau.de/wwse/

Dr. Wolfgang Wildfeuer – Demokratie erziehende Schulkultur

Robert Kruschel – Menschenrechtsbasierte Bildung

Andreas Reinke – Auf die Beziehung kommt es an

  • Andreas Reinke, Gründer der Plattform relationSHIP – Die Community für Eltern und Pädagogen, Buchautor – https://andreasreinke.com/lp/familienakademie/

Dr. Steffi Junhold – Familie und Beruf in Einklang bringen

Marcell Heinrich – Erkennen, worin Menschen besonders gut sind

Prof. Dr. Gerlind Große – Durch gute Bildung in eine bessere Zukunft

Falls Sie aber das Thema Kooperation in einer der zahlreichen Facetten interessiert, so schreiben Sie mich an: Kooperatives Lernen, Lernortkooperationen, Kooperative Schulleitung, Kooperative Klassenleitung – in all‘ diesen Feldern bin ich zuhause. 

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