Schulleiter-Coaching

Insbesondere Leitungskräfte sind sich ihrer großen Verantwortung für das System Schule oder einer anderen pädagogischen Einrichtung bewusst, finden aber – ob ihrer Position – keinen kollegialen Austausch auf Augenhöhe. Hier bietet das Coaching in Fragen der eigenen Rolle, der Kommunikation und der Mitarbeiterführung eine wichtige Unterstützung. Gutes Coaching findet an dritten Orten statt. Lassen Sie sich auf besondere Settings ein.

Settings

Ganz im Aristoteleschen Sinne klären sich die Gedanken im Gehen, Sprechen und Schweigen. Lange Spaziergänge in der Natur machen den Kopf frei und eröffnen neue Perspektiven. Die Verbindung von Gehen und Philosophieren hat eine lange Tradition. Prominentes Beispiel ist wohl die von Aristotels begründete Schule, der Peripatos (Griechisch für Spaziergang oder Wandelhalle). Ob die Anhänger dieser Schule, die Peripatetiker, wirklich beim Philosophieren umherwandelten, ist nicht belegt. Die Erfahrung aber, dass es sich in Bewegung und an der frischen Luft wunderbar denken und sprechen lässt, begünstigte die Bildung und Überlieferung dieser schönen Legende.

Auch der Arbeitsplatz Café ist ein idealer Ort, um ins Gespräch zu kommen. Die Idee dahinter ist einfach: verlassen Sie die Schule, den Alltag, das Hamsterrad. Bei einer Tasse Kaffee oder Tee können neue Gedanken entstehen und im Gespräch Gestalt annehmen. Nehmen Sie sich diese Auszeiten und erfahren Sie mehr über Ihren persönlichen Genius, Ihren Antreiber und Ihre Handlungsalternativen im schulischen Kontext.

 

Was sind die Aufgaben einer Schulleitung?

Bestandteil Ihres Arbeitsvertrages sollte eine Tätigkeitsbeschreibung für Sie als Schulleitung sein. Daraus leiten sich im Wesentlichen Ihre Aufgaben ab. Schwieriger wird es in den Fällen, in denen Sie Schulleitung sind bzw. werden und Ihre Aufgaben nicht näher beschrieben sind. Dieser Umstand führt fast zwangsläufig zu Konflikten, weil viele mitunter sich widersprechende Erwartungen an Sie im Raum stehen und erfüllt sein wollen. Sorgen Sie dafür, dass eine Tätigkeitsbeschreibung formuliert wird, in denen Ihre Verantwortungsbereiche klar umrissen sind. Je nach Schulform, Größe der Schule, Trägerschaft und dem zeitlichen Stundenbudget sind Ihre Aufgaben so zu beschreiben, dass diese in einem angemessenen Rahmen zu bewältigen sind.

Tipp: Gleichen Sie regelmäßig Ihre tatsächlichen Aufgaben mit der Tätigkeitsbeschreibung ab.

Wie finde ich meine Rolle als Leitung?

Es gibt verschiedene Szenarien, wie Lehrkräfte zu Schulleitungen werden. Der klassische Weg über die Position der Stellvertretung hin zur Leitung wird dabei immer seltener gegangen. Der eklatante Mangel an Leitungskräften, insbesondere im Grundschulbereich, führt häufig dazu, dass Kollegen ohne langen Vorlauf, ohne gesonderte Qualifikationen, ‚aus dem Team heraus‘ Schulleitung werden. Das bringt in der Regel Probleme mit sich, weil das Finden der neuen Rolle nicht oder kaum stattfindet. Die meisten orientieren sich zunächst an Vorbildern positiver oder negativer Art. Das ist nicht der schlechteste Weg; ersetzt aber in keinem Fall eine gute Qualifizierung mit der Möglichkeit, in einer Gruppe über die neue Rolle zu reflektieren oder ein kompetentes Coaching mit der Möglichkeit, sehr gezielt und individuell an der eigenen Leitungsrolle zu arbeiten.

Tipp: Nehmen Sie die Auseinandersetzung mit Ihrer Rolle ebenso wichtig wie die anfallenden Aufgaben.

Entscheidungen treffen – Handlungsschritte umsetzen

Als Schulleitung sollte es zu Ihren Kernkompetenzen gehören, Entscheidungen zu treffen und diese umzusetzen. Dabei spielt es vordergründig keine Rolle, ob diese Entscheidungen durch Sie initiiert, in einem Team getroffen werden, ob Sie eine Entscheidung einer Gruppe übertragen oder ob Sie eine Entscheidung allein fällen. Wichtig ist, dass Sie zu der Entscheidung bzw. dem Prozess der Entscheidung stehen und ob es Ihnen gelingt, diese auch umzusetzen. Hier gilt: je größer die Transparenz und die Möglichkeiten der Beteiligung sind, um so wahrscheinlicher ist eine gelingende Umsetzung. Handlungsschritte und damit verbundene Zielvorstellungen müssen dabei denen klar sein, die an der Umsetzung beteiligt sind. Planen Sie auch Irrtümer und die Möglichkeit von Fehlentscheidungen ein oder kommunizieren Sie dies.

Tipp: Machen Sie sich immer wieder die Konsequenzen Ihrer getroffenen Entscheidungen klar.

Wenn alle Probleme auf Ihrem Tisch landen

Schulleitungen nehmen eine Schlüsselfunktion innerhalb der Schule ein. Aus der Zuschreibung durch Kollegen, Schüler und Eltern heraus sind Sie somit für alles verantwortlich. Nichts ist also leichter, als alle Probleme bei Ihnen auf Ihrem Tisch abzugeben. Nichts unterstreicht die eigene Bedeutung so sehr, als alle diese anzunehmen. Sie erwarten von sich selbst, eben alle diese Probleme lösen zu können und gehen somit unhaltbare Versprechen ein. Es liegt ein grundlegender Irrtum auf allen Seiten vor. Sie tragen in Ihrer Rolle als Schulleitung lediglich Verantwortung für das Lösen der Probleme. Sie sind nicht verantwortlich dafür, dass Sie die Probleme lösen. Das ist ein Riesenunterschied. Erkennen Sie diesen und können damit umgehen, werden die Probleme gar nicht erst auf Ihrem Tisch landen.

Tipp: Lernen Sie zu delegieren.

Rollenklärung

Zentral für Sie als Schulleitung ist das Klären der eigenen Rolle. Was für eine Art Schulleitung bin ich? Welcher Führungsstil passt zu mir? Habe ich Vorbilder? Die Beantwortung dieser Fragen ist nicht trivial und kann einen längeren Prozess der Reflexion mit der eigenen Persönlichkeit auslösen.

Auf jeden Fall hat die Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle Auswirkungen auf Ihre Kommunikation, den Umgang mit Transparenz und Ihre Verantwortungsbereiche. Ihre Haltung gegenüber Kollegen und Mitarbeitern muss klar sein. Von Ihnen wird in den unterschiedlichen Arbeitszusammenhängen erwartet, dass Sie leiten. Diese Rolle wird Ihnen zugeschrieben und Sie haben diese qua Amt anzunehmen. Selbst wenn Sie eine Schulleitung sind, die viele Aufgaben delegieren kann, so sind doch immer Sie es, die diese Entscheidung trifft. Damit leiten Sie. Die Klärung der eigenen Rolle und die bewusste Ausgestaltung dieser ist in Ihrer Funktion als Schulleitung ein entscheidendes Kriterium Ihrer Professionalität.

Tipp: Bleiben Sie bei aller Professionalität authentisch.

Glaubenssätze

Gewissheiten, mentale Modelle, Totschlagargumente sind Glaubenssätze, die das (berufliche) Leben vermeintlich leichter machen. Wer kennt diese Denk-Routinen von ‚Das haben wir schon immer so gemacht.‘ bis hin zu ‚Das macht Kollegin Meier nur, um sich zu profilieren.‘ nicht? Diese Glaubenssätze versetzen uns in die Lage, Situationen schnell bewerten zu können, um daraus Entscheidungen abzuleiten. Insbesondere Menschen in Leitungspositionen werden täglich viele und schnelle Entscheidungen abverlangt. Das erfordert selbstverständlich Routinen. Diese bergen wiederum die Gefahr, zu schnell, unbedacht und wenig reflektiert zu Entscheidungen zu kommen. Eigene blinde Flecken werden nicht mehr wahrgenommen, Chancen auf Veränderungen vielleicht nicht mehr gesehen, Kollegen in die immer gleichen Schubladen gesteckt. Es bleibt ein stetes Ausbalancieren zwischen verlässlichen Denk-Routinen und dem Reflektieren der eigenen mentalen Modelle.

Tipp: Verändern Sie bewusst einen Ihrer Glaubenssätze und beobachten Sie, was passiert.

Kommunikation

Über Kommunikation im Allgemeinen zu reden, bedeutet, über Eisberg-Modelle zu sprechen, Johari-Fenster zu verstehen, die vier Seiten einer Nachricht zu interpretieren und gegebenenfalls noch die Werkzeuge der gewaltfreien Kommunikation zu beachten. Kommunikation geschieht dort, wo Menschen miteinander reden, aber auch dort, wo sie nicht miteinander sprechen. Gelingende Kommunikation beruht auf gutem Zuhören und Verstehen. Gute Schulleiter verstehen sich im Bereich der interpersonellen Kommunikation in der Kunst des aktiven Zuhörens. Ungefähr 80% ihrer Kommunikationszeit gehört dem zugewandten, verstehenden Zuhören. Es verbleiben 20% des aktiven Sprechens über Fragen und Impulse, Zusammenfassungen, Einschätzungen und Begründungen. Eigene Kommunikationsmuster gehen einher mit Selbstbild und Rollenverständnis. Auch im Bereich der Kommunikation gilt es, über geeignete Wege und das eigene kommunikative Verhalten in den verschiedenen Arbeitsfeldern zu reflektieren. Reflexion ist auch hier kein Selbstzweck, sondern ermöglicht Verstetigungen oder Veränderungen hin zu einer professionellen Leitungskommunikation.

Tipp: Schenken Sie Ihrem Gegenüber Zeit und Gehör.